Karl Eugen Fischer GmbH / Lichtenfels, März 2014

„Druck auf Unternehmen wächst“

 
Ausbildungsmesse findet großen Zuspruch – Firmen geeignete Auszubildende

Mit Infoständen und praktischen Demonstrationen präsentierten sich am vergangenen Samstag 90 Firmen, Verbände und Behörden auf der 18. Ausbildungsmesse in der Staatlichen Berufsschule Lichtenfels. Hunderte von Schülern nahmen die Gelegenheit wahr, sich in Workshops oder an den Ständen der Unternehmen über bestimmte Berufsbilder zu informieren.

Hans-Jürgen Lichy, der Leiter der Berufsschule Lichtenfels, der zur Eröffnung der 18. Ausbildungsmesse zahlreiche Vertreter aus Industrie, Handwerk, Handel, Dienstleistung, Kommunalpolitik und natürlich viele Schüler begrüßen konnte, stellte den hohen Stellenwert der Veranstaltung heraus.

Miteinander ins Gespräch kommen

Ansätze wie das duale Studium oder eine duale Ausbildung mit gleichzeitigem Erwerb der Fachhochschulreife sollten deshalb verstärkt angeboten werden. Gleichzeitig müssten durch gezielte Maßnahmen die Jugendlichen am anderen Ende der Lern- und Leistungsskala bis zur Ausbildungsreife gefördert werden. Um diese Herausforderung zu meistern, sei es eine wichtige Voraussetzung, dass alle Beteiligten, Betriebe, Schulen, Institutionen und vor allem die Jugendlichen und deren Eltern miteinander ins Gespräch kommen. Hierfür sollte die Messe eine regionale Plattform bieten.

Landrat Christian Meißner, der die Ausbildungsmesse offiziell eröffnete, betonte, dass die Messe angesichts der hervorragenden Ausstellerbeteiligung eine einmalige Chance für Lehrstellensuchende biete, am besten in Begleitung ihrer Eltern, in Gesprächen mit Firmenchefs, Ausbildungsleitern oder auf Augenhöhe mit Auszubildenden Informationen über ein großes Spektrum an Ausbildungsberufen aus erster Hand zu bekommen. Eine fundierte Berufsausbildung sei der Garant für eine erfolgreiche berufliche Karriere.

Geschicklichkeit getestet

Ein Schüler testet am Stand der Maschinenfabrik Karl Eugen Fischer sein Geschick bei der Herstellung eines Gewindes.

 

 

Auszubildende Informieren

Dem Landkreis sei sehr daran gelegen, den Jugendlichen beste Startvoraussetzungen für ihr berufliches Leben zu geben. So habe man allein von 2008 bis 2013 rund 14 Millionen Euro in die Sanierung und Verbesserung der weiterführenden Schulen investiert. Der Landkreis setzte sich auch dafür ein, Arbeitsplätze zu erhalten und auszubauen.

Der Dank des Landrats galt allen, die zum Gelingen der Ausbildungsmesse beitrugen, insbesondere dem Arbeitskreis Schule/Wirtschaft mit den beiden Vorsitzenden Roland Vogel und Wolfgang Fischer, der Berufsschule mit Schulleiter Hans-Jürgen Lichy und dem Organisationsteam um Rainer Sagasser und Harald Oppel sowie den beteiligten Firmen.

Rundgang

Bei einem Rundgang durch die Ausstellung ließen sich Landratsstellvertreter Helmut Fischer, die Europaabgeordnete Monika Hohlmeier, Landrat Christian Meißner und Schulleiter Hans-Jürgen Lichy von einem Auszubildenden der Unternehmensgruppe Hofmann die Funktionsweise einer Sortieranlage an einem Modell erklären.

Workshops genutzt

Über alle Etagen verteilt machten viele renommierte Firmen mit ihren Informationsständen auf sich und ihr Spektrum an Ausbildungsplätzen aufmerksam. An den meisten Ständen waren nicht nur die Ausbildungsleiter und zuweilen sogar die Firmenchefs, sondern vor allem auch Auszubildende vertreten an die sich die interessierten Schüler ohne Hemmschwelle mit ihren Fragen wenden konnten. Zudem hatten die Schüler die Möglichkeit bei Workshops noch mehr über eine bestimmte Berufsausbildung zu erfahren und bei praktischen Übungen ihr handwerkliches Geschick zu zeigen. Die Firmengruppe Hofmann aus Schney hatte viele Auszubildende im Einsatz, die gerne bereit waren, die jungen Besucher in die Praxis einzuführen. So nahmen viele Mädchen und Jungen die Gelegenheit wahr, um sich an einer Werkbank aus einem Aluminiumstab in verschiedenen Arbeitsschritten eine eigene Säg zusammenzubauen. Am Stand der Maschinenfabrik Karl Eugen Fischer boten sich gleich mehrere Möglichkeiten Einblicke in verschiedene Berufsbilder zu erhalten.

Technischer Produktdesigner

Wer sich von dem Ausbildungsberuf des Industriemechanikers angesprochen fühlte, konnte an einem Bohrtisch sein praktisches Geschick beim Bohren und Gewindeschneiden beweisen, während man an einem Werkstück zur Gesellenprüfung das Aufgabengebiet eines Konstruktionsmechanikers erkennen konnte. Ein innovativer Beruf ist auch der technische Produktdesigner, für den sich die 14-jährige Realschülerin Sophia Karmann interessierte, die unter Mithilfe einer Auszubildenden an einem PC mit einem CAD-Programms ein 3D-Modell eines Werkstücks entwarf.

Bei der Firma Koinor konnten Schülerinnen und Schüler ihr Geschick beim Nähen beweisen oder sich als Polsterer betätigen. Wer sich für das traditionelle Schreinerhandwerk begeisterte, konnte im Rahmen eines halbstündigen Arbeitskurses einen Kerzenständer fertigen.

Flechkunst demonstriert

Natürlich war auch die Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung vertreten. Gloria Bohn aus Altenburg in Thüringen, Schülerin im ersten Lehrjahr, demonstrierte ihre Flechtkunst und ließ die Besucher am Entstehen eines Einkaufskorbes teilhaben.

Der 18. Ausbildungsmesse war wieder ein großartiger Erfolg beschieden. Sehr viele Schüler nutzten zum einen die einmalige Gelegenheit sich bei den zahlreich vertretenen Firmen und Institutionen über einen interessanten Ausbildungsberuf zu informieren und nahmen auch die Möglichkeit wahr, sich durch die Teilnahme an einem Arbeitskurs noch intensiver mit einem angestrebten Ausbildungsberuf zu beschäftigen.

 

Text und Fotos: OT - Alfred Thieret

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