Karl Eugen Fischer GmbH / Burgkunstadt, Juni 2016

Einblick in die Welt des Maschinenbaus

Nachwuchswerbung: Fischer bietet Aktionstag für Schüler und ihre Eltern
 

Thomas Wulf tauscht den Bleistift gegen einen Blechschere. Statt mit Zahlen zu jonglieren, hantiert der 49-jährige mit einem Stück Blech. Erstaunlich schnell entwickelt der kaufmännische Angestellte aus Kulmbach ein Gefühl für das Schneiden von Blech. „Für das erste Mal war es ganz ordentlich. Anscheinend bin ich ein Naturtalent“, kommentiert der Familienvater seine Arbeit in der Ausbildungswerkstatt der Maschinenfabrik Fischer. Eltern, die sich in anderen Berufen ausprobieren – der etwas andere Aktionstag der Maschinenfabrik Fischer aus Burgkunstadt, die Cordschneideanlagen für die Reifenindustrie herstellt, macht es möglich. Während andere Unternehmen nur die Sprösslinge einladen, hat man sich bei der Firma Fischer entschieden, die Betriebstore auch für die Eltern zu öffnen.

Bleche schneiden ist gar nicht so einfach. Diese Erfahrung machen beim Aktionstrag Vater Thomas Wulf (links) und sein Sohn Alexander (rechts). Lehrling Waldemar Geffel von der Maschinenfabrik Fischer schaut ihnen bei der Arbeit über die Schulter

Im Berufsfindungsprozess sind sie für viele Kinder eine wichtige Orientierungshilfe. Mit ihrer eigenen Berufstätigkeit, vermitteln sie dem Nachwuchs erste Informationen über die Arbeitswelt. Doch was, wenn die Kinder nicht in Papas oder Mamas berufliche Fußstapfen treten wollen? „Dann ist unser Aktionstag genau das richtige für Sie. Hier gewähren wir ihnen, Einblicke in die Welt des Maschinenbaus und seiner zahlreichen Ausbildungsberufe, die für sie ein Buch mit sieben Siegeln sind. Wir vermitteln ihnen aber auch, dass ihre Sprösslinge bei uns gut aufgehoben sind“, erklärt Ausbildungsleiter Markus Petterich. 

Eine solche Orientierungshilfe möchten Sibylle und Thomas Wulf für ihren Sohn Alexander sein, der ein duales Studium auf dem Gebiet der Elektro- und Informationstechnik anstrebt. „Ich habe ihn die ersten siebzehn Jahre seines Lebens begleitet und möchte ihn guten Gewissens ins Erwachsenenleben entlassen“, sagt Sibylle Wulf. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie sich entschieden, ihren Sohn, der die 11. Klasse des Caspar-Vischer-Gymnasiums in Kulmbach besucht, beim Aktionstag am vergangenen Samstag zu begleiten und einmal eine andere Berufsluft zu schnuppern. Beide sind in kaufmännischen Berufen zu Hause. Beim Aktionstag erfahren sie viel über die Arbeitsabläufe in großen Produktionshallen und das Arbeiten im technisch-gewerblichen Bereich.

Das Unternehmen hat in seinem Ausbildungszentrum Informationspunkte für die insgesamt acht Ausbildungsberufe und dualen Studiengänge eingerichtet: Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, Konstruktionsmechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Bachelor of Engineering Elektro- und Informationstechnik, Technischer Produktdesigner, Fachinformatiker und Industriekaufmann. Neben allgemeinen Betriebsführungen startet von jedem Informationspunkt zu einer festen Uhrzeit ein Rundgang zum jeweiligen Ausbildungsstandort..

Florian Düll, Ausbilder in der Elektroabteilung, entführt die jungen Leute sowie ihre Eltern und Großeltern in die Welt der Schaltkreise und des Stroms. Unter ihnen ist auch die Burgkunstadter Familie Will. Thomas Will, der von Beruf Religionslehrer ist, ist fasziniert, was technisch heutzutage alles möglich ist, und überrascht, wie sauber es in den Hallen ist. Zudem stellt der 45-jährige verblüfft fest: „Dass der Weltmarktführer auf dem Gebiet der Cordschneideanlagen aus dem kleinen beschaulichen Burgkunstadt kommt, hätte ich nie gedacht.“ 

Wie funktioniert ein Schalkasten? Das möchte Sebastian Will (13/zweiter von rechts) von Ausbilder Florian Düll wissen. Auch sein Vater Thomas (links), sein Bruder Julian (15) und seine Mutter Stefanie (hinten/verdeckt) hören aufmerksam zu.

Sein Sohn Julian (15), der im nächsten Jahr an der Realschule Burgkunstadt seine Schullaufbahn mit der mittleren Reife abschließen wird, trägt sich mit dem Gedanken Industriemechaniker oder Elektroniker zu werden. Während der Filius aufmerksam den Ausführungen der Experten lauscht, zieht sein Vater im Gespräch mit unserer Zeitung einen Vergleich: „In einem handwerklichen technischen Beruf kann ich nach getaner Arbeit das Ergebnis in Händen halten, was bei einem Pädagogen wie mir, nicht der Fall ist.“ Wie zum Beweis zeigt der Sohnemann seinem Papa einen Aluminium-Chip für Einkaufswägen und berichtet: „Ein Lehrling hat mir an einer Spindelpresse das Firmenlogo aufgeprägt.“

 

 

Text: Stephan Stöckel
Fotos: Stephan Stöckel

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