Karl Eugen Fischer GmbH / Burgkunstadt, Oktober 2016

Aus Kollegen sind Freunde geworden

Mitarbeiterehrung bei Maschinenfabrik Fischer – Dank für 40 Jahre Beitrag zum Firmenerfolg

In der Maschinenfabrik Fischer ist er bekannt wie ein bunter Hund: Dietmar Geßlein, den alle nur kurz und liebevoll „Didi“ nennen. Das kommt nicht von ungefähr: Seit 2001 ist der Marktgraitzer Betriebsratsvorsitzender bei dem Burgkunstadter Unternehmen, das Cordschneidanlagen für die Reifenindustrie herstellt. Ein Vollzeitjob ist daraus für ihn nicht geworden. „Ich denke das funktioniert auch in Teilzeit, schließlich verstehen sich Betriebsrat und Geschäftsführung sehr gut“, sagte der 57-Jährige, der mit Leib und Seele Konstrukteur ist.

Seinen erlernten Beruf zugunsten des Betriebsratsvorsitzenden aufzugeben, das käme für ihn nicht in Frage. „Eine Maschine auf dem PC zu konstruieren ist ein spannender Prozess. Man braucht Ideen, muss kreativ sein und wissen, wie man Probleme löst. Und wenn dann am Ende die Maschine in natura in der Halle steht, ist man stolz auf das Geschaffene.“ Am Donnerstagabend wurde der allseits beliebte Mitarbeiter, der immer ein Lächeln auf den Lippen hat, im Hotel Gondel in Altenkunstadt für 40-jährige Betriebsangehörigkeit mit einer Urkunde, einer Medaille und einem Geschenk geehrt. 

„Eine Maschine auf dem PC zu konstruieren ist ein spannender Prozess. Man braucht Ideen, muss kreativ sein und wissen, wie man Probleme löst.“
Dietmar Geßlein, seit 40 Jahren im Betrieb

Gemeinsam mit den anderen 20 Jubilaren hinterließ er symbolisch einen Fingerabdruck auf dem gezeichneten Jubiläumsbaum des Betriebs. „Ihr seid die Basis und der Stamm des Unternehmens. Jeder in seiner Funktion sorgt für den Fortbestand und die gute Entwicklung unseres Unternehmens“, lobte Geschäftsführerin Simone Thies die beruflichen Langstreckenläufer. 

Für heitere Momente sorgten die Abteilungsleiter, die einige Anekdoten über die Jubilare erzählen. Martin Schoberth berichtete über den jungen Dietmar Geßlein: „Eine Pause bezeichnet auf dem Gebiet der Technik bekanntlich einen mit lichtempfindlichem Papier hergestellte Kopie. Als frischgebackener Lehrling wusste das unser Didi selbstverständlich nicht.“ Mit dem ihm in die Hand gedrückten Entwurf habe er sich, so Schoberth, neben den Mitarbeiter an der Pausenmaschine gesetzt. „Warum sitzen sie hier?“, fragte dieser und Didi antwortete: „Ich soll eine Pause machen“. 

„Didis“ Generation brachte frischen Wind in das Konstruktionsbüro, in dem es früher etwas steifer zugegangen war und alle weiße Arbeitsmäntel getragen hatten. 

„Wir waren immer gut drauf, heckten auch mal einen kleinen Streich aus und duzten uns am Ende“, schilderte Geßlein den Wandel. Den Zusammenhalt in der Abteilung bezeichnet er als „phänomenal“: „Wir sind zu einer verschworenen Gemeinschaft aus 20 bis 25 Leuten geworden, die einmal jährlich in die Berge zum Wandern fährt.“ 

Den Wandel in seinem Beruf hat der gelernte technische Zeichner hautnah miterlebt. Als Geßlein vor 40 Jahren anfing, wurde noch mit Tusche und Bleistift am Zeichenbrett entworfen, heute geben moderne Computersysteme den Ton an. Anpassungsschwierigkeiten hatte er nie. „Wenn man sich näher damit beschäftigt, dann ist es alles nur halb so wild“, lautet die Erkenntnis des Jubilars. Außerdem würden einen die Kollegen in der Abteilung unterstützen, in der ein gegenseitiges Geben und Nehmen herrsche. 

„Ich hoffe, dass ihr uns noch viele Jahre erhalten bleibt, so dass wir noch weitere Jubiläen feiern dürfen und gemeinsam den Fischer-Baum zu seiner Blüte bringen“, sagte Thies. Geßlein wird die Firma vermissen, wenn er in ein paar Jahren in den wohlverdienten Ruhestand geht. Warum? „Weil aus Kollegen Freunde wurden und es mir hier so gut gefallen hat." 

10 Jahre bei der Maschinenfabrik Fischer arbeiten:
Christian Beuschel (Altenkunstadt/Technischer Vertriebsmitarbeiter), Steffen Bunzelt (Weismain/Gravierer), Mario Funk (Burgkunstadt/Zerspanungsmechaniker), Nadine Groß (Altenkunstadt/Sachbearbeiterin Verkauf), Sven Haselmann (Mainleus/Energieelektroniker), Udo Hellmuth (Gefrees/Konstrukteur), Julian Krapp (Weismain/Konstruktionsmechaniker), Sebastian Kremer (Weismain/Elektrokonstrukteur), Stephan Rehe (Weismain/Elektrokonstrukteur), Christian Seibold (Thurnau/Konstrukteur), Johannes Uhmann (Bad Staffelstein/Fachkraft für Qualitätssicherung)
25 Jahre:
Michael Erhart (Strössendorf/Zerspanungsmechaniker), Michael Fischer (Bad Staffelstein/Softwareentwickler), Markus Lieb (Lichtenfels/Zerspanungsmechaniker), Jochen Liedel (Ahorn/Elektrokonstrukteur), Harald Schober (Rattelsdorf/Sachbearbeiter Arbeitsvorbereitung), Markus Schrepfer (Sonnefeld/CAD-Systembetreuer)
40 Jahre:
Katharina Gäbelein (Redwitz/Sachbearbeitung Materialwirtschaft), Dietmar Geßlein (Marktgraitz/Konstrukteur), Erwin Motschenbacher (Hirschaid-Friesen/Abteilungsleiter Stahlbau) und Irene Steiner (Großheirath/Technische Zeichnerin)

 

Text: Stefan Stöckel
Fotos: Stefan Stöckel

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