Karl Eugen Fischer GmbH / Burgkunstadt, November 2017

Von der Schreibmaschine zum PC!

Rosalinde Herold und Siegfried Stettner seit 40 Jahren bei der Maschinenfabrik Fischer – Ehrungsabend

Rosalinde Herold ist eine Zeitzeugin. Die Mainrotherin, die seit 40 Jahren der Maschinenfabrik Fischer die Treue hält, hat den Einzug des Computers in die Bürowelt hautnah miterlebt. „Anfang der 80-er Jahre wurden die Daten auf großen Magnetplatten abgespeichert, die mich an eine Tortenplatte mit Haube erinnerten. Sie nahmen aufgrund ihrer Größe viel Platz weg und wurden daher in einem Safe deponiert“, erinnerte sich die Jubilarin bei einem Ehrungsabend des Unternehmens im Altenkunstadter Hotel „Gondel“ an längst vergangene Zeiten. Insgesamt 22 Frauen und Männer der Maschinenfabrik, die Cordschneideanlagen für die Reifenindustrie herstellt, feiern in diesem Jahr ein Jubiläum.

Als Rosalinde Herold 1977 ihre Lehre zur Industriekauffrau begonnen hatte, klapperten noch Schreibmaschinen in den Büros. „Es wurde mit Buchungsautomaten und Fernschreiber, die über Lochstreifen verfügten, gearbeitet. Das können sich junge Leute heute gar nicht mehr vorstellen“, sagte Herold, die derzeit als Sachbearbeiterin in der Buchhaltung arbeitet. Wenn sich beim Maschinenschreiben ein Fehler eingeschlichen hatte, dann griff man nicht nur zu weißer Korrekturflüssigkeit. „Wir waren erfinderisch und benutzen sogar Rasierklingen zur Beseitigung des Malheurs.“

Mit dem Einzug des Computers sei die Arbeit zwar einfacher, aber auch stressiger geworden, so Herold. „Ende der 70-er Jahre ging alles viel entspannter zu. In unserer heutigen vernetzten und digitalisierten Welt mit ihren E-Mails und großen Telefonanlagen ist man jederzeit erreichbar.“

Auch Siegfried Stettner aus Schwürbitz, der einst bei der Firma Fischer den Beruf des Maschinenschlossers erlernt hatte, hatte ursprünglich mit dem PC nichts am Hut. Als er sich vor zehn Jahren entschloss, als Sachbearbeiter in die Arbeitsvorbereitung zu wechseln, änderte sich das. „Vorher hatte ich einen Computer nur zum Privatgebrauch. Ich habe mich in die Bildschirmarbeit reingearbeitet. Es war quasi learning by doing“, erzählte er. Und berichtete über seine Tätigkeit: „Ich bestelle Teile für die Komponenten einer Cordschneideanlage, wie Schere oder Aufwickler. Ich vereinbare aber auch Liefertermine, treffe Preisabsprachen und führe Qualitätskontrollen durch“. Zuvor hatte er im In- und Ausland als Monteur gearbeitet. Dadurch kenne er die Anlagen von Grund auf.

„Ende der 70-er Jahre ging alles viel entspannter zu. In unserer heutigen vernetzten und digitalisierten Welt mit ihren E-Mails und großen Telefonanlagen ist man jederzeit erreichbar.“ so Rosalinde Herold

Sowohl Herold als auch Stettner sind „Fimamesen“, wie die Mitarbeiter der Burgkunstadter Firma von Weltrang liebevoll genannt werden. Beide schätzen das gute Miteinander in dem Unternehmen. „Hier fühle ich mich wohl“, sprach Herold ihrem Kollegen aus der Seele.

Geschäftsführerin Simone Thies gab das Lob an die Mitarbeiter zurück, die sie mit einem Messer verglich. „In unseren Cordschneideanlagen ist die Komponente der Schere mit den darin enthaltenen Messern eine Schlüsselkomponente. Ebenso wie die Messer in unseren Anlagen seid ihr, meine lieben Jubilare, die Schlüsselkomponente der Maschinenfabrik Fischer. Eure unermüdliche Schaffenskraft und eure Treue bilden das Rückgrat unserer Firma, die ihr mit eurem Fleiß auf die Erfolgsspur gebracht habt.“

Mitarbeiter der Garant des Erfolgs

Passend dazu hatte sie eine Kiste mit Messern mitgebracht, auf denen die Namen der Jubilare eingraviert waren. Die Geehrten öffneten die Kiste mit Schraubenziehern und durchtrennten die Kabelbinder, mit denen das Werkzeug befestigt war, mit einem Seitenschneider. Thies überreichte Urkunden, die Vorgesetzten sprachen Worte des Dankes und Betriebsratsvorsitzender Dietmar Geßlein erinnerte an das Zeitgeschehen vor zehn, 25 und 40 Jahren.

Die Jubilare

10 Jahre: Matthias Bähr (Konstruktionsmechaniker), André Bergmann (Zerspanungsmechaniker), Christian Braun (Konstruktionsmechaniker), Mario Dembowski (Industriemechaniker), Marco Fiedler (Zerspanungsmechaniker), Christian Hempfling (Softwareentwickler), Johannes Hofmann (Zerspanungsmechaniker), Markus Höppel (Elektroniker), Udo Krauß (Konstrukteur), Robert Mahr (Zerspanungsmechaniker), Steffen Mühling (Konstrukteur), Marco Panian (Softwareentwickler), Frank Populoh (Softwareentwickler), André Renner (Sachbearbeiter Personalabteilung), Hermann Reuther (Hilfskraft in der Mechanischen Abteilung), Tobias Rupprecht (Vorarbeiter Stahlbau) und Matthias Schreppel (Konstrukteur)

 

25 Jahre: Matthias Schmitt (Maschinenbauingenieur in der Technischen Leitung) und Andreas Zeis (Abteilungsleiter Mechanische Abteilung)

40 Jahre: Ralf Angermann (Konstrukteur), Rosalinde Herold (Sachbearbeiterin Buchhaltung) und Siegfried Stettner (Sachbearbeiter Arbeitsvorbereitung)

 

Text: Stefan Stöckel
Fotos: Stefan Stöckel

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