Karl Eugen Fischer GmbH / Burgkunstadt, Oktober 2019

Schüler erleben den Berufsalltag bei Maschinenfabrik Fischer

 330 Schüler besuchen die Karl Eugen Fischer GmbH

In der Abteilung Stahlbau erlebt eine Schülergruppe, wie man mit einer Brennschneideanlage die unterschiedlichsten Formen aus einem Stück Stahl heraustrennen kann. Das Material verflüssigt sich und dabei kommt es zur Funkenbildung

„Das sind ja ganz andere Tasten als auf dem heimischen PC“, staunen Johannes Dauer aus Seubersdorf und Manuel Rehe aus Wohnsig. Im Truck der Metall- und Elektroindustrie, der auf dem Gelände der Maschinenfabrik Fischer in Burgkunstadt steht, die Cordschneideanlagen für die Reifenindustrie herstellt, betreten die zwei Vierzehnjährigen Neuland. Unter der Anleitung von Lehrling Nils Rupp, der den Beruf des Zerspanungsmechanikers erlernt, zaubern sie mit einer computergesteuerten CNC-Fräsmaschine ein Lächeln auf einen Aluminiumwürfel. „Jetzt noch die grüne Starttaste am Bedienerpult drücken“, lautet Rupps Anweisung. Und schon ein paar Sekunden später erstrahlt ein roter Smiley auf dem Würfel. „Das ist das Schöne am technischen und handwerklichen Arbeiten. Man sieht sofort, was man gemacht hat“, spricht Dauer seinem Freund aus der Seele. Er findet es faszinierend, was alles mit dem Computer und modernen Maschinen möglich ist. Auch wenn sich die Zwei als Tüftler und Bastler bezeichnen – wo die berufliche Reise einmal hingehen soll, das wissen die Jugendlichen, die sich in der Findungsphase befinden, noch nicht. Sie gehören zu den 21 Schülern der Klasse 9a der Realschule Burgkunstadt, die zusammen mit ihrer Lehrerin Andrea Treske die Maschinenfabrik Fischer besuchen.

In Bayern werden im nächsten Jahr 230 000 Fachkräfte gesucht

Elf Schulklassen aus dem Landkreis Lichtenfels mit insgesamt 330 Schülern beteiligen sich an den Tagen der offenen Tür des Burgkunstadter Unternehmens. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag schauen sie Mitarbeitern im Berufsalltag über die Schulter und erleben hautnah die Produktionsabläufe in den Unternehmen mit. Lehrlinge gewähren ihnen einen Einblick in ihren Ausbildungsalltag.

Der Truck mit seinen Maschinen, Multimedia- und Internet-Terminals vermittelt den jungen Leuten einen Einblick in die vielfältige Welt der technischen Berufe. Jürgen Rödel von der Geschäftsstelle Oberfranken des Verbands der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie, nutzt die Gelegenheit um auf den Fachkräftemangel hinzuweisen. „Die Studie , Arbeitslandschaft 2035‘ hat herausgefunden, dass im Freistaat bereits im nächsten Jahr rund 230 000 Fachkräfte fehlen“, sagt er.

Der Truck in Verbindung mit dem Tag der offenen Tür schafft Durchblick im Dickicht der technischen Ausbildungsberufe, die vom Elektroniker über den Konstruktionsmechaniker bis hin zum Zerspanungsmechaniker reicht.

„Das ist noch eine komplexe Chaos-Schaltung“, kommentiert Andreas Dostmann, der im Lastwagen als Berater arbeitet, die ersten Gehversuche von Elly Rauch (15) aus Schwürbitz und Juline Lorenz (16) aus Michelau beim Bau einer Wechselschaltung. Am Ende freut er sich zusammen mit den Schülerinnen, dass ihnen doch noch ein Licht aufgegangen ist und die Lampe leuchtet. Es habe ihnen Spaß gemacht, neue Sachen auszuprobieren. Ob sie einmal, eine Lehre in einem technischen Beruf ergreifen werden, vermögen die beiden noch nicht zu sagen.

Lehrling Nils Rupp von der Maschinenfabrik Fischer (li.) erklärt Johannes Dauer (re.) und Manuel Rehe, wie eine CNC-Fräsmaschine funktioniert.

Auch wenn viele ihrer Schüler noch unklare Vorstellungen davon haben, was sie einmal werden wollen, findet Studienrätin Andrea Treske es wichtig, dass Schüler einen Einblick in die Arbeitswelt erhalten. „Dadurch wird der Übergang von der Schule in den Beruf erleichtert, weil die jungen Leute hautnah erleben, wie die Theorie in der Praxis funktioniert, sie sich selbst an Maschinen ausprobieren können und dabei vielleicht ihre Talente erkennen.“

Text: intern
Fotos: intern

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